Unsere Böden
Der Keuper

Aus dem geologischen Ausgangsmaterial des Keupers sind die Böden im Laufe der Zeit durch Verwitterung und den Einfluss des Menschen entstanden. Man sagt, dass es ca. 40.000 Jahre dauerte, bis sich 1 m Boden gebildet hat. Die mineralische und organische Zusammensetzung, das Bodengefüge, der Wasserhaushalt und der Steinanteil sind die wichtigsten Faktoren zur Beschreibung eines Weinbergbodens. So erwärmen sich die flachgründigen, feinen Böden des Gipskeupers besonders schnell. Diese hitzigen Böden benötigen ganz besonders Rotweine, damit sie Feuer und Farbe bekommen.

Es sind die unzähligen Tonplättchen, die zusammen eine enorme innere Oberfläche des Bodens bilden, sich durch die Sonne aufheizen, die Wärme speichern und  in der Nacht wieder an die Reben abstrahlen.

Die fruchtbaren und mineralstoffreichen Keuperböden um Nordheim bieten hervorragende Bedingungen für Trollinger, Lemberger, Spätburgunder, Samtrot, Schwarzriesling und in den unteren Lagen auch für den Riesling.

Der Muschelkalk

Muschelkalkböden sind in Nordheim eher Ausnahme. Wir finden sie nur unmittelbar an den Neckarweinbergen. Sie sind sehr steinhaltig aber dennoch fruchtbar. Die Rebwurzeln können in den Klüften des Gesteins tief wurzeln. Dies verleiht den Weinen einerseits Frucht und Mineralität.

Mergel, Kiesel- und Stubensandstein, Knollenmergel, Rhät und der gesamte Jura, alles zusammen ca. 1000 m, wurden seit Verschwinden des Jurameeres vor ca. 150 Mio Jahren abgetragen. Entscheidend war der Einbruch des Oberrheingrabens vor ca. 30-50 Mio. Jahren (Tertiär, ab hier auch Auffaltung der Alpen). Seither wurde unsere Landschaft durch rückwärts schreitende Erosion des Neckars und seiner Nebenflüsse bis zum heutigen Stand ausgeräumt. Reste, so wie es mal war, sehen wir heute noch auf der Schwäbischen Alb.

Der Trollinger fühlt sich auch auf Muschelkalkböden wohl und bringt hier geschmeidige, teils auch markante Weine hervor.

Löss

Flachere Bereiche, besonders aber die Ostseiten kleiner Erhebungen sind heute noch bedeckt von Löss. Der feine Staub wurde während der letzten Eiszeiten im Verlauf der letzten 600.000 Jahre durch Windverfrachtungen aus dem Rheintal angeweht. Er ist also gegenüber den ca. 220 Mio. Jahre alten Keuperformationen ein sehr junger, aber enorm fruchtbarer Boden.

Auf Löss gedeihen besonders gut die Burgunderweine wie  Schwarzriesling, Samtrot, Spätburgunder oder auch der Grauburgunder und Weißburgunder.

Die Privatkellerei Rolf Willy steht auf ca. 5 m mächtigen Lössablagerungen. Unter dem Löss, also ab ca. 5 m Tiefe beginnt der Gipskeuper. Bis zum Lettenkeuper muß man 30 m in die Tiefe, bis zum Beginn des Muschelkalks 59 m.