Historische Entwicklung

von Nordheim und der Willy-Landschaft

Nordheim

In Württemberg, am Rande des Zabergäu, zwischen Heilbronn und Stuttgart liegt der schöne und bekannte Weinort Nordheim.

Seine Großlage Heuchelberg mit der Einzellage Sonntagsberg gehört zu dem 15 km langen Höhenzug des Heuchelbergs. Eingebettet in das flache Tal des Katzenbaches wurde Nordheim erstmals urkundlich im Jahre 823 erwähnt.

Bedingt durch günstige Klima- und Bodenverhältnisse gehört Nordheim zum sogenannten „Altsiedelland“. Klima, Böden und das Vorhandensein von Wasser waren die entscheidenden Faktoren für die Siedlung und den Weinbau.

Warme Tage und kühle Nächte, viele Sonnenstunden und ausreichend natürliche Niederschläge sind für den Weinbau bestens geeignet. Also ideale Voraussetzungen für Weintrauben, aus denen erstklassige Weine entstehen.

 

 

 

 
Geschichte der Willy-Landschaft

(Trias=Bundsandstein + Muschelkalk + Keuper)

Stellen Sie sich folgendes vor: Vor 240 Mio. Jahren lag Nordheim in der Nähe des Äquators, die dortigen Landmassen begannen auseinander zu driften. Es entstand das Gerranische Becken. Es war eine riesige  flache Schüssel, in das von den umliegenden Gebirgen durch  breite Flüsse sandiges Material eingetragen wurde. Das Klima war heiß, sehr heiß – wüstenähnlich. Die feinen abgelagerten Quarzkörner wurden mit einer roten Eisenhaut (Hämatit) überzogen. Der Buntsandstein war entstanden. Im Anbaugebiet der Willy´s liegt der Buntsandstein ca. 300 m tief im Erdreich vergraben. Wer den Buntsandstein sehen will, kann dies z.B. im Nordschwarzwald bei Pforzheim tun. Der Einbruch des Oberrheingrabens und damit die 3 Heraushebung des Schwarzwalds hatte zur Folge, dass die ehemals waagrechten Sedimentschichten sich heute in Schräglage und in unterschiedlicher Höhenlage befinden.

Dann, ca. 10-20 Mio. Jahre später: Das Klima änderte sich, das Becken öffnete sich und wurde vom Meer überflutet. Es war angenehm warm und trocken, eher mediterran. Land und Meer waren sehr fruchtbar. Manchmal zog sich das Meer zurück und das Land trocknete aus. Massenhaft abgestorbene Muscheln und andere Meeresbewohner wurden an Riffen zusammengeschwemmt und bildeten riesige Ablagerungen. Über dem Buntsandstein war der Muschelkalk entstanden. Den oberen Muschelkalk können wir bereits in Nordheim bei den Steillagen in der Nähe des Nordheimer Bahnhofs sehen.

Wieder etwa 10 Mio. Jahre danach setzte eine erneute Klimaveränderung ein. Es wurde tropisch feucht, dann trocken, dann wieder feucht. Unser Becken war voller geworden und damit auch flacher, es gab Inseln, nicht alles wurde vom Meer überflutet. Wenn wir uns eine Deltalandschaft vorstellen, kommen wir der damaligen Situation sehr nahe. Am Land wuchs eine üppige Vegetation aus Farnen und riesigen Schachtelhalmbäumen heran. Diese Wälder wurden bei Überflutungen zerstört, die Rückstände lagerten sich ab. Bei Trockenphasen erstarb das Leben im Meer. Massenhaft kleine Muscheln und Krebse wurden abgelagert. Die fast unzähligen und verschiedenartigsten Ablagerungsschichten dieser wechselhaften Periode bilden heute den Keuper.

Die Landschaft links und rechts des Neckars, oberhalb der steilen Muschelkalkhänge des Neckars, ist Keuperland. Die geologische Formation Keuper ist ein Oberbegriff. Die Unterformationen des Keupers heißen: Lettenkeuper, darüber Gipskeuper und darüber der Schilfsandstein. Der ca. 30 m mächtige harte und widerstandsfähige Schilfsandstein bildet den Deckel des Heuchelbergs.

Nach der Keuperzeit wurde abermals in einem riesigen Meeresbecken sehr kalkhaltiges Gestein abgelagert, der Jura. Die oberen Keuperschichten (Winkel zur Sonne und die Steilheit (=Inklination)) sind maßgeblich für die Einstrahlungsenergie der Sonne verantwortlich. Die Geländeform des Südabfalls des Heuchelbergs sorgt für einen hohen Nutzungsgrad der einfallenden Strahlung. Der dichte Waldsaum über den Rebhängen am Heuchelberg bedeutet Schutz bei kalten Winden und Schutz vor abgleitender Kaltluft.